Bunte Kuh e.V.
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Erfahrungsberichte

Erzieher, Lehrer und Kinder berichten über den Besuch der Lehm-Baustelle

Ein Mädchen beschrieb dies begeistert mit den Worten:

„Ich habe noch nie an so etwas wirklich Großem gearbeitet.“
Frau Mubs, Erzieherin, Berlin Kreuzberg
 
Benjamin (1. Klasse, 6 Jahre):
Kann ich noch mal kommen?
Das war so schön...
 
Mädchen (1. Klasse, 6 Jahre):
Ich war doch schon mal mit der Vorschulklasse dort.
Jetzt will ich immer dahin.
Grundschule Thadenstraße, Hamburg
 
Dieses Projekt eignet sich unbedingt dazu die Entwicklung des Sozialverhaltens weiter zu bringen. Wir stellten fest, das Kinder welche sonst miteinander Probleme haben, über lange Zeit miteinander tätig sein konnten. Sie halfen sich gegenseitig, sprachen sich ab, arbeiteten mit riesiger Ausdauer in Gruppen. Dieses Projekt hat jedes Kind angesprochen vom lebhaften bis schüchternen Kind, es gab keine Berührungsängste mit anderen Kindern und Erwachsenen. Durch den ganzkörperlichen Einsatz wurde bei den Kindern die Grob- und Feinmotorik gefördert. Es zeigte unseren Kindern, dass viele Hände benötigt werden um ein großes Ganzes schaffen zu können. Die Zeit verflog für sie wie im Fluge und sie wollten gar nicht aufhören.“ 
Kita Pfiffikus, Potsdam 
 
Die Atmosphäre und die Kinder waren völlig entspannt, es gab keinen Streit. Jeder interessierte sich für die Arbeit des anderen, gab Tipps oder Hilfestellung. Das Aufeinandertreffen verschiedenster Kindergruppen wurde während des Projektes zu einer Einheit. Sie wurden zu einem Team: egal welche Hautfarbe, Alter, behindert oder nicht behindert. Alle arbeiteten gemeinsam mit Lehm und an einer gemeinschaftlichen Aufgabe.
Kita Wiesnerring, Frau Petersen, Lohbrügge, Hamburg
 
Das Bauen an den großen Skulpturen unter Anleitung eines Erwachsenen war anstrengende körperliche Arbeit, die unseren Kindern, die sich oft viel zu wenig bewegen, sehr gut tat. Es bestand die Möglichkeit mitzuerleben und mit zu helfen, wie etwas Großes in gemeinsamer Arbeit entstehen kann.
Gesine Wahl, Schule Ludwigstraße, Hamburg
 
Ein Junge, der wegen starker motorischer und geistiger Entwicklungsverzögerungen auf eine Frühförderung angewiesen ist, erwies sich als sehr interessiert daran, den Lehm an einer Maueroberfläche glatt zu klopfen und verstand erstaunlich schnell die Anweisungen des Betreuers. Das Lehmprojekt konnte vielseitig Kompetenzen und Potentiale unserer Kinder fördern: räumliches Vorstellungsvermögen, Feinmotorik und Teamarbeit wurden spielerisch angeregt. Jeder konnte etwas zu dem Lehmhaus beitragen.
Ralf Gwiazdowski, Erzieher, Potsdam
 
Dieses Projekt macht den großen und kleinen Leuten viel Spaß. Es ist eine Möglichkeit, sich künstlerisch auszudrücken. Dabei entwickelt sich ein Gefühl, dazu zu gehören. Alle sind einbezogen, die schüchternen Kinder trauen sich, sich zu äußern durch ihre Skulpturen. Sie haben keine Angst, Fehler zu machen, da es nicht bewertet wird. Sie haben die Möglichkeit, eigene Ideen zu verwirklichen, sie anfassen zu können, etwas zu bewirken. Das beeinflusst die Entwicklung von Selbstständigkeit, Selbstvertrauen, Selbsteinschätzung, weil alle Passanten und Besucher die Skulpturen bewundern. Alle Beteiligten gehören zu einer großen Gruppe, sie sind ein Teil von einer großen Stadt.  “Wir sind ganz“, „Wir sind eine große Familie“. Das ist ein Art der Kommunikation. Bei den Kindern entwickelt sich die Fähigkeit, die Sache in dieser Perspektive zu sehen, stolz zu sein, stolz auf sich selbst, wertvoll zu sein. Das Kind sieht, wie seine Idee als wertvoll eingeschätzt wird und es ernst genommen wird. Alles, was gebaut worden ist, bleibt in der Ausstellung, einige Ideen werden groß gemacht, darüber freuen sich die Kinder, sie sehen das Ergebnis ihrer Bemühungen.
Elena, Fachschülerin für Sozialpädagogik (FSP Altona), Hamburg
 
Der Lehmskulpturenbau bietet im Rahmen der Ausbildung für ErzieherInnen eine außerordentliche und elementare Erfahrung in mehrfacher Hinsicht: hier gelingt die Übertragung einer vor allem haptischen individuell-kreativen Gestaltungserfahrung mit Ton in kleiner Einzelarbeit am Tisch in eine völlig andere Dimension. Mit dem Einsatz des ganzen Körpers entsteht in gemeinschaftlicher Arbeit ein soziales Kunstwerk im öffentlichen Raum, das anschließend wiederum selbst als neu geschaffener Raum erfahrbar und bespielbar ist. Das Miteinander des ästhetischen Gestaltungsprozesses mit Lehm erweitert auf diese Weise die immer knapper werdenden Ressourcen nicht digital vermittelter, sondern unmittelbarer Kommunikation und Interaktion in der gelebten Begegnung von Menschen. Beide sind unverzichtbarer Bestandteil, wenn ein Prozess im eigentlichen Sinne des Wortes "Bildung" gelingen können soll.
Dr. Thomas Schütze, Fachschule für Sozialpädagogik Altona, Hamburg
 
Die Baumeister leiteten die Kinder auf eine sehr einfühlsame, ruhige und freundliche Weise an, die den Kindern half, sich mit den neuen Aufgaben gut auseinander setzen zu können Sie haben es verstanden, alle Kinder in die Aktivitäten einzubeziehen und ihnen genug Raum zum matschen, ausprobieren und mitmachen gegeben. An diesem Tag haben alle Kinder ihre Angst vor dem „glitschigen“ Element Ton überwunden
Kinderhaus Springmaus, Hamburg
 
Es sind kaum 10 Minuten vergangen, da waren die Kinder am werkeln mit viel Begeisterung. Die Kinder merkten, das sie Vorstellungs- und Ausdrucksvermögen besitzen. Aufgefallen ist, dass die Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten und Aufmerksamkeitsdefiziten plötzlich Ausdauer und Geduld bewiesen. Die Kinder haben uns immer wieder stolz gezeigt, was sie angefertigt haben. 
Praktikantinnen Kita Nuthespatzen, Potsdam
 
Dadurch dass die Kinder selbstständig sein konnten und ihre Grenzen erfuhren, regte es sie an, aktiv zu werden. Herz, Hand und Verstand wurden gleichzeitig angesprochen. Anstatt Höchstleistungen einer einzelnen Person zu fördern, galten vor allem Prinzipien der Rücksichtsnahme auf das schwächste Glied und der Gruppenselbststeuerung. Wir waren mit den Kinder zwischen 4 und 9 Jahren vor Ort und es hat sich keiner in seiner Aufgabe überfordert und auch nicht unterfordert gefühlt. Jedes Kind konnte die Schwierigkeit, Schnelligkeit selbst festlegen.
Erzieher, Kita Märchenland, Potsdam 
 
Auffällig war, dass Mädchen mit Jungen bauten und umgekehrt. Zudem organisierten die Kinder ihre Arbeit völlig selbständig, eines holte neuen Lehm, ein anderes verarbeitete es und ein drittes achtete z.B. darauf, ob das Gebilde gerade wird. Ein Junge, der sich öfter zurück zieht oder nicht mitmacht, war voll dabei und wusste genau, was er machen sollte. Ein Mädchen, das normalerweise sehr aufgekratzt ist, knetete in aller Ruhe entspannt ihre Lehm-Gebilde. Ein anderer Junge, der scheinbar Probleme mit der Konzentration hat, konnte sich problemlos auf seine Aufgabe des Mauerbaus fixieren und war davon kaum mehr weg zu bekommen. 
Michal Marock, Schule Thadenstraße, Hamburg
 
Besonders fiel mir noch auf, dass die Kinder nett miteinander sprachen und nicht die gewohnten Anleihen aus der Fäkalsprache benutzten.
Ilse Seehusen, Schule Goosacker, Hamburg
 
Besonders auffällig war, dass einige der Mädchen, die sich gar nicht gern schmutzig machen und sehr auf korrektes Aussehen achten, wie ausgewechselt waren. Sie ließen sich ständig neuen Lehm geben, sprühten vor Ideenreichtum und wollten gar nicht wieder aufhören, obwohl sie schon bald von oben bis unten beschmiert waren.
Das war ein rundherum gelungener Vormittag mit vielen Anregungen und Freiräumen für unsere( benachteiligten) Kinder aus Altona-Nord !
Herzlichen Dank an die Initiatoren und Helfer !
Ulrike Gehrs und Sabrina Petersen, Schule Arnkielstraße, Hamburg
 
Besonders aufgefallen ist mir ein Kind in meiner Klasse, das enorme Schwierigkeiten bei allen gestalterischen und überhaupt manuellen Aufgaben hat. Dieses Kind konnte überhaupt nicht mehr aufhören und machte einen ausgesprochen glücklichen und zufriedenen Eindruck auf mich, während sie normalerweise von Unsicherheit, Ängsten und Zweifeln gebeutelt wird. 
Gitta Linneweber, Kunstlehrerin Schule Frohmestraße, Hamburg 
 
Auch wenn mich die nähere Umgebung des Zeltes zunächst irritierte: Gegenüber dem ehemaligen Karstadtkaufhaus, ein wenig verslumt…, so wurde mir im Laufe der Aktion klar, dass dies vielleicht genau das Motiv war für diesen besonderen Standort: Lebendigkeit auf der Straße, Arbeit mit einem alten Baumaterial inmitten der eher kalten Umgebung. Viele Bewohner und Einkaufende kamen interessiert und neugierig an und erlebten so ein Stück Neueroberung ihres Stadtviertels. Die Kinder haben dies alles nicht registriert. Schnell und voller Tatendrang legten sie ihre Jacken und Taschen ab und beguckten sich den „großen Bau“ (...) Die soziale Komponente des gemeinsamen Bauens, die gelungene Integration aller Kinder beim Bauen mit Lehm ist auch dieses Mal wieder hervorragend zum Tragen gekommen! (...) Jeder tat seinen Teil bei der gemeinsamen Arbeit, erlebte so deren Bedeutung für das Ganze und am Ende waren alle mächtig stolz darauf, wie viel sie doch alle zusammen geschafft hatten!
Heidemarie Schoppelrey, Schule Ludwigstraße, Hamburg
 
Im Laufe der zwei Stunden entwickelten alle Schüler mehr und mehr Ideen und wurden sehr kreativ. 4 Schüler sind richtig aufgeblüht, was in der Schule während des Unterrichts selten zu beobachten ist. Sie entwickelten auch eine große Selbständigkeit, sonst nicht unbedingt ihre Stärke. Es war schön, dass die Schüler auch von den Mitarbeitern fachmännisch unterstützt, motiviert und gelobt wurden. Toll war auch zu sehen, dass ein Schüler, der große Konzentrationsprobleme hat und nie lange bei einer Sache bleiben kann, zwei Stunden konzentriert gearbeitet hat und zu einem tollen Ergebnis kam. Für diese Schüler, die in der Schule nicht mit guten Leistungen glänzen können und oft unter ihrem Integrationsstatus leiden, war es ein besonderes Erfolgserlebnis selbständig etwas herzustellen und zu einem tollen Endergebnis zu kommen.
Franziska Ludwig, Sonderschullehrerin Hector-Peterson-Oberschule, Berlin
 
All die Kinder, die aus verschiedenen Gründen Schwierigkeiten (ADS, ADHS, Intellekt, problematische Situation zu Hause ) mit der Schule haben, waren entlastet und gelöst. Es ist auch schön, dass sie ihre Lehrer, die sonst ständig Sachen von ihnen fordern, die sie nur schwer leisten können, einmal in einer anderen Situation erleben. Ungestresst. Kinder, die nur schwer Kontakt finden, sahen wir beim gemeinsamen Bauen mit anderen.
Marion Scharfenberg, Schule am Schäfersee, Berlin
 
Durch die Arbeit mit Lehm können viele Gefühle zum Ausdruck gebracht werden: Er lässt sich hauen, streiche(l)n, klatschen (...) Kein Kind muss dabei seine (oft ungeliebten) Gefühle zugeben und sich dabei bloßstellen, denn alles  geschieht im Sinne der gemeinsamen Arbeit, des Aufbaus.
Sabine Martens-Meyer, Schule Ludwigstraße, Hamburg
 
...besonders aufregend für die Kinder war, dass der gemeinsame Entwurf von 2 Kindern in das Projekt eingeflossen ist, und umgesetzt wurde.
Team des Kinderladen Bambino, Hamburg
 
Ich besuchte das Projekt in Hamburg-Altona mit den sehbehinderten Schülern (14/15 Jahre alt) der Klasse Fö 7-9 am Vormittag des 23.09.2009. Nach einer kurzen motivierenden Einführung eines Projektmitarbeiters konnten die Mädchen und Jungen schnell mit der Arbeit beginnen. Das Arbeitsmaterial Lehm sprach die zusätzlich lernbehinderten Schüler sofort an, jeder konnte nach seinen Möglichkeiten und in seinem individuellen Tempo arbeiten. Sie erlebten sich als Gestalter, Erbauer und Künstler, konnten zum Wachsen und zur Gestaltung des Projekts beitragen und so den Erfolg ihrer Bemühungen unmittelbar genießen. Jeder war durchgehend mit „Feuereifer“ bei der Arbeit, Anstrengungsbereitschaft und Ausdauer waren sehr ausgeprägt. Fazit: Ich kann allen, die als Lehrer, Erzieher, Sozialpädagogen… mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten, den Besuch dieses Projekts nur empfehlen!
Christa Steindamm, Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte, Hamburg
 
beim ersten mal war eine gruppe mit älteren herrschaften am nebentisch und die kinder sind auf die sichtlich behinderten zugegangen ohne scheu und haben sich mit den menschen unterhalten, dass ist eine freude gewesen die situation zu beobachten. beide parteien haben neugierig und freudig geschaut.
astrid fensch aus der kita st. pauli-kirche, hamburg
 
Wir besuchten die Lehmbauaktion mit 4 Klassen der Jahrgangsstufen 2 bis 5. Die SchülerInnen sind alle gehörlos, viele haben noch zusätzliche Beeinträchtigungen im Bereich des Lernens oder/und des Verhaltens. (...)
Solche Ausflüge sind für uns begleitende LehrerInnen normalerweise sehr anstrengend: Umso größer war unser Erstaunen, als (...) alle Kinder sofort anfingen zu arbeiten. Dies lag an der perfekten Aufbereitung der Stationen, dem überaus ansprechenden Material, dem hohen Praxisanteil und dem gesicherten Erfolg, da die Kinder sich als unterstützender Teil eines großen Ganzen begriffen, und so auf jeden Fall auf ihre Leistung, so klein sie auch war, stolz sein konnten. Es arbeiteten wirklich ALLE Kinder lange, ausdauernd und konzentriert - jedeR nach seinem/ihrem Vermögen. (...)selten haben wir Lehrerinnen eine so entspannte Rückfahrt erlebt. Vielen Dank noch einmal dafür.
Gerd Holdinghausen, Jutta Junge, Anne Storz,
Schule für Hörgeschädigte, Hamburg
 
Das gemeinsame Arbeiten an einem Werk kannte keine großen Sprachbarrieren, sondern es wurde gemischt vom Alter und egal ob groß oder klein miteinander gearbeitet. Mit Spaß und Leichtigkeit wurden die unterschiedlichen Kinder in die Arbeit integriert (...) Gerade die aktive Teilhabe am Veränderungsprozess lässt die Kinder bewusster wahrnehmen.
Ilka Sauter, Pädagogin, Hamburg
 
Eine tolle Aktion, die uns Lehrern mal wieder bewusst macht, dass die kreativen Seiten, über die jedes Kind verfügt, mit dem starren Fächerkanon am Schulvormittag viel zu selten 
Edeltraut Lewitz, Schule Arnkielstraße, Hamburg
 
Das Arbeiten im öffentlichen Raum gibt der ganzen Aktion einen besonderen Stellenwert. Die Lehmbauaktion ermöglicht ein sinnliches und ganzheitliches Arbeiten mit jungen Menschen, wie es in der Schule nur selten zu realisieren ist. 
Bernd Gilewski, Fachschule für Sozialwesen, Berlin
 
In unserer Zeit finde ich dass es wichtig ist, solche Projekte vorzuführen, für man kein Geld bezahlen muss und die für Kinder ist. Wo können die Kinder und Eltern andere kennen lernen und kommunizieren? Teil von etwas zu sein, das ist wichtig für jedes Individuum. Weiter so!!!
Olga, Fachschülerin für Sozialpädagogik (FSP Altona), Hamburg 
 

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